Hohe Türme

In diesem Kapitel sollen einige in Wirklichkeit niemals vollendete Türme gezeigt werden. Die Türme der Bauten sind entweder ergänzt oder durch alternative Lösungen ersetzt worden.

Eintürmige Ausführungen mit hohen Helmen werden geplant in Danzig sowie dem bayerischen Landshut, beide sind in Backstein erdachte Lösungen. Der gebaute 133 Meter hohe Turm in Landshut wird in den oberen Geschossen harmonischer durchgebildet. In diese Reihe gehört auch der als freistehender Glockenturm begonnene Bau im schlesischen Ort Neisse mit etwa 120 Metern. Nicht fehlen darf der Einturmplan von Regensburg als filigrane Riesenfiale von 150 m Höhe. Eine überaus reizvolle Lösung stellen die über Eck geplanten Doppeltürme in Ingolstadt dar, gedacht in feinster Spätgotik. Einen grazilen spätgotischen Vierungsturm als rieseigen Dachreiter in Holz mit Bleiverkleidung erhält die Kathedrale im lothringischen Metz. Der hoch originelle moselländische Zentralbau der Liebfrauenkirche in Trier bekommt an Stelle des vernichteten hohen Spitzhelms einen ausgefallenen steinernen Kuppelhelm.

Abschließend soll das bereits in Meissen und Magdeburg angedachte Ideal einer Dreiturmfassade an einigen Beispielen weitergeführt werden: In Würzburg bei St. Kilian. Mit einer stadtbildprägenden Wirkung des salischen Doms, sowie in Konstanz am Bodensee, wo der Entwurf nur abgeändert wurde und nun seitliche Kuppeln erhielt sowie einen parabolisch gerundeten Helm über der Mitte. Eine interessante vieltürmige Lösung zeigt sich in der Doppelung dieses Dreiermotivs in Erfurt. In einmaliger Art entsteht dort eine sechstürmige Kulisse am Berg aus zwei Kirchen. Die Türme sind nun etwas erhöht, reflektieren in gesteigerter Wirkung aber die im Grunde umgesetzte Lösung.

Abschließend soll ein Stadtturm als Entwurf gezeigt werden, der Aufmerksamkeit erregt, weil er Ideen Albrecht Dürers folgt. Als fiktiver Standort fungiert seine Heimatstadt Nürnberg. Der etwa 65 m hohe Bau sollte hier als Solitär vor der Kaufhalle am Nürnberger Markt entstehen.