Architektur im Kopf

von Matthias Walther

Wien

Die alte Reichshauptstadt und ewige Kaisermetropole Wien besitzt einige der schönsten Beispiele europäischer Baukunst. So soll es hierbei weniger um notwendige Alternativen zu bestehenden Gebäuden als um sinnvolle weiterentwickelte Stadtplanung, also um die Vollkommenheit des bereits Vorhandenen gehen.
Die Verbesserung der Ringstraße und deren Vollendung als Weiterführung über den Donaukanal bis zur Großen Donau ist wesentliches Anliegen dieser Planungen, denen auch ausdrücklich ein detaillierter Stadtplan beiseite gestellt wurde. (Vergleiche Adolf Loos Korrekturplan)
Die Hofburg wird dabei vollendet und durch einen Kuppelbau überhöht, die Votivkirche in ihrem Aussehen leicht variiert, die Oper wird versetzt, insbesondere um eine alte Sichtachse zwischen der Hofburg und der Karlskirche wieder herzustellen. Die Anlage eines Stadthafens mit einem gewaltigen Verkehrsministerium entsteht an Stelle alter Kasernen. Demgegenüber entsteht als Pendant ein Alternativentwurf zum Kriegsministerium nach Plänen Leopold Bauers ebenso mit hohem Turm. Dieser Stadtraum ist in unmittelbarer Nähe zum alten Donaukanal letzter Höhepunkt der Ringstraße, die als Monumentalstraße jedoch weiter über den Fluss hinweg bis zur Großen Donau geführt wird, die mit einer neuen Hängebrücke überspannt wird. Dort entsteht auch eine große Kuppelkirche als Alternative zur bereits bestehenden Kaiser Jubiläumskirche. Als Pendant zu diesem Straßenabschnitt wird auch der nördliche Arm der Ringstraße über den Kanal weiter geführt, dessen altstädtischer Kai durch den sogenannten Donauturm flankiert wird. Weitere Hochhäuser entstehen im Bereich des Donaukanals, um hier ein betont großstädtisches Ensemble zu versinnbildlichen. Solch ein Gebäude könnte als Welthandelszentrum dienen und entstände nahe dem Standort des heutigen UN-Gebäudes.
Des Weiteren zeigt ein Plan einen Ergänzungsentwurf eines Vierungsturmes der Kirche des altehrwürdigen Stifts Klosterneuburg, dessen großartiger barocker Ausbau rudimentär blieb.