Architektur im Kopf

von Matthias Walther

München

Auch in der bayerischen Metropole sind viele Entwürfe überliefert, die Anreiz waren, in das Konzept der Stadtveränderung eingearbeitet zu werden. Grundsätzliche Stadtplanung und die wichtigsten Baudenkmäler wurden kaum angetastet. Dennoch ergeben sich exemplarisch viele einzelne Ideen zur Neugestaltung, auch Detailentwürfe, da es sich um die Heimatstadt des Künstlers handelt.
Genauere Planungen befassen sich mit der Umgestaltung des Marienplatzes und der Peterskirche. Der malerische Zustand mit den unzähligen Giebeln und Erkern aus dem Sandtnerschen Stadtmodell dienen unter anderem als Vorlage. Wichtige Planung ist auch die einer Markthalle mit Festsaalbau gegenüber dem Dom, zwischen dem heutigen Frauenplatz und der Neuhauser Straße. Der Bau folgt entfernt der sogenannten Basilika in Vicenza in Italien. Im Untergeschoss ist eine Ausstellungshalle vorgesehen, im Obergeschoss ein Festsaalbau, ähnlich dem des Alten Rathauses am Marienplatz.  Der Plan eines Klosters mit Kirche auf der Isarhöhe am Gasteig ist als Planung zu einem Kirchenbau mit Doppelturmfassade in Art der Barockkirchen Michael Fischers erdacht, dem sich ein zentralisiertes kurzes Langhaus anschließt. Die Fassade mit der davor angeordneten kleinen Terrasse und den Stiegen wäre in seinem Reiz ohne weiteres mit der Spanischen Treppe und der Kirche Dei Monti in Rom vergleichbar. Der Entwurf eines Hochhauses in der Blickachse der Donnersberger Brücke, stellvertretend für viele solcher Ideen in den zwanziger Jahren, sowie eine aufwändige Umgestaltung des Hofgartens und seiner näheren Umgebung als künstlerisch-fiktive Idealplanung runden diese Visionen ab. Weitere Konzepte beschäftigen sich mit der Umgestaltung eines neuen Gashochbehälters am Oberwiesenfeld.